Antrag: | Positionspapier der BUNDjugend Bayern zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität |
---|---|
Antragsteller*in: | Julian |
Status: | Angenommen |
Eingereicht: | 15.03.2025, 12:41 |
Ä2 zu A2: Positionspapier der BUNDjugend Bayern zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität
Antragstext
In Zeile 29:
Förderung ökologischer Landwirtschaft: Bis 2030 sollen mindestens 340 % der landwirtschaftlichen Flächen ökologisch bewirtschaftet werden.
In Zeile 48 einfügen:
Reduktion der Flächenversiegelung: Begrenzung von Neubauten und Förderung von Entsiegelungsmaßnahmen, um Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Dabei muss das Ziel sein, dass Netto Null Hektar versiegelt werden.
Einleitung
Die biologische Vielfalt in Bayern und ganz Deutschland ist massiv gefährdet. Lebensräume und Arten verschwinden in alarmierendem Ausmaß, während negative Einflüsse wie Klimawandel, intensive
Landnutzung und Umweltverschmutzung weiter zunehmen. Als BUNDjugend Bayern sehen wir es als unsere Verantwortung, uns für den Schutz und die Förderung der Biodiversität einzusetzen. Dieses
Positionspapier basiert auf den Erkenntnissen des "Faktencheck Artenvielfalt" und richtet sich an politische Entscheidungsträger:innen sowie die Öffentlichkeit, um konkrete Maßnahmen in verschiedenen
Lebensräumen zu fordern.
Allgemeine Forderungen
- Finanzielle Anreize für biodiversitätsfreundliche Wirtschaftsweisen
Ein effektiver Schutz der biologischen Vielfalt erfordert gezielte finanzielle Anreize für nachhaltige Wirtschaftsweisen.
Forderungen:
- Subventionen nicht durch pauschalen Flächenprämien, sondern an messbare Erfolge beim Biodiversitätsschutz knüpfen
- Striktere Umsetzung und Einhaltung von Fristen im Naturschutz
Trotz ambitionierter Ziele und Strategien wie der EU-Biodiversitätsstrategie oder der nationalen Biodiversitätsstrategie werden Fristen zur Umsetzung häufig nicht eingehalten oder Maßnahmen nicht
konsequent umgesetzt.
Forderungen:
- Klar definierte, rechtsverbindliche Fristen für den Erhalt und die Wiederherstellung von Lebensräumen sowie für die Reduktion umweltschädlicher Praktiken.
- Verpflichtende regelmäßige Berichterstattung über den Stand der Umsetzung, welche Verzögerungen begründet
- Überprüfung der Einhaltung der Fristen durch unabhängige Instanzen, damit dass Schutzmaßnahmen nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in der Praxis Wirkung zeigen
- Kontrolle der Maßnahmen durch Evaluierung und Monitoring
Die Wirksamkeit von Naturschutzmaßnahmen kann nur durch ein konsequentes Monitoring und eine fortlaufende Evaluierung sichergestellt werden.
Forderungen:
- Einführung eines flächendeckenden nationalen Monitoring Programms,das alle relevanten Lebensräume und Artengruppen abdeckt.
- Auf standardisierten Indikatoren basierende und wissenschaftlich fundierte Evaluierung der Maßnahmen
- Veröffentlichung der Ergebnisse in einem offenen Datenportal, um Transparenz zu gewährleisten und Anpassungen an bestehende Programme zu ermöglichen.
Biotopbezogene Forderungen
1. Agrar- und Offenland
Die Intensivierung der Landwirtschaft hat zu einem drastischen Rückgang der Artenvielfalt geführt. Monokulturen, der übermäßige Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sowie der Verlust von Hecken und
Feldrainen tragen maßgeblich dazu bei.
Forderungen:
Förderung ökologischer Landwirtschaft: Bis 2030 sollen mindestens 340 % der landwirtschaftlichen Flächen ökologisch bewirtschaftet werden.
Erhalt und Wiederherstellung von Lebensräumen: Schaffung von Biotopverbünden auf mindestens 15 % der Landesfläche bis 2030.
Reduktion des Pestizideinsatzes: Verbot von flächenhaften Pflanzenschutzmitteln auf Dauergrünlandflächen und keine Totalherbizide auf staatlich bewirtschafteten Flächen.
2. Wald
Unsere Wälder sind essenziell für das Klima und die Artenvielfalt. Doch forstwirtschaftliche Eingriffe und Klimaveränderungen setzen ihnen stark zu.
Forderungen:
Ausweisung von Naturwaldflächen: Mindestens 10 % des Staatswaldes sollen ohne forstliche Nutzung bleiben, um natürlichen Entwicklungsprozessen Raum zu geben.
Förderung naturnaher Waldbewirtschaftung: Übergang zu Mischwäldern mit standortgerechten Baumarten und Verzicht auf Kahlschläge.
Erhöhung des Totholzanteils: Totholz ist Lebensraum für zahlreiche Arten und sollte daher vermehrt im Wald belassen werden.
3. Binnengewässer und Auen
Flüsse, Seen und Auen sind Hotspots der Biodiversität, leiden jedoch unter Verschmutzung, Begradigung und Übernutzung.
Forderungen:
Renaturierung von Gewässern: Wiederherstellung natürlicher Flussläufe und Auenlandschaften zur Förderung der Artenvielfalt.
Einrichtung von Gewässerrandstreifen: Mindestens 5 Meter breite, ungenutzte Streifen entlang natürlicher oder naturnaher Gewässer, um Einträge von Nährstoffen und Schadstoffen zu reduzieren.
Reduktion von Nährstoffeinträgen: Strengere Kontrollen und Maßnahmen zur Verringerung von Düngemittel- und Pestizideinträgen aus der Landwirtschaft.
4. Urbane Räume
Städte und Gemeinden bieten Potenzial für die Förderung der Biodiversität, doch Flächenversiegelung und intensive Pflege öffentlicher Grünflächen wirken oft kontraproduktiv.
Forderungen:
Förderung von Grünflächen: Anlage von Wildblumenwiesen, Gemeinschaftsgärten und Grünflächen mit heimischen Pflanzenarten.
Reduktion der Flächenversiegelung: Begrenzung von Neubauten und Förderung von Entsiegelungsmaßnahmen, um Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Dabei muss das Ziel sein, dass Netto Null Hektar versiegelt werden.
Bekämpfung der Lichtverschmutzung: Vermeidung unnötiger künstlicher Beleuchtung im Außenbereich, insbesondere von 23 Uhr bis zur Morgendämmerung, um nachtaktive Arten zu schützen.
Schlussfolgerung
Der Schutz und die Förderung der Biodiversität erfordern entschlossenes Handeln auf allen Ebenen. Die BUNDjugend Bayern appelliert an politische Entscheidungsträger:innen, die genannten Maßnahmen
umzusetzen und somit einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu leisten. Nur durch gemeinsames Engagement können wir die Vielfalt des Lebens für kommende
Generationen bewahren.
In Zeile 29:
Förderung ökologischer Landwirtschaft: Bis 2030 sollen mindestens
340 % der landwirtschaftlichen Flächen ökologisch bewirtschaftet werden.
In Zeile 48 einfügen:
Reduktion der Flächenversiegelung: Begrenzung von Neubauten und Förderung von Entsiegelungsmaßnahmen, um Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Dabei muss das Ziel sein, dass Netto Null Hektar versiegelt werden.
Einleitung
Die biologische Vielfalt in Bayern und ganz Deutschland ist massiv gefährdet. Lebensräume und Arten verschwinden in alarmierendem Ausmaß, während negative Einflüsse wie Klimawandel, intensive
Landnutzung und Umweltverschmutzung weiter zunehmen. Als BUNDjugend Bayern sehen wir es als unsere Verantwortung, uns für den Schutz und die Förderung der Biodiversität einzusetzen. Dieses
Positionspapier basiert auf den Erkenntnissen des "Faktencheck Artenvielfalt" und richtet sich an politische Entscheidungsträger:innen sowie die Öffentlichkeit, um konkrete Maßnahmen in verschiedenen
Lebensräumen zu fordern.
Allgemeine Forderungen
- Finanzielle Anreize für biodiversitätsfreundliche Wirtschaftsweisen
Ein effektiver Schutz der biologischen Vielfalt erfordert gezielte finanzielle Anreize für nachhaltige Wirtschaftsweisen.
Forderungen:
- Subventionen nicht durch pauschalen Flächenprämien, sondern an messbare Erfolge beim Biodiversitätsschutz knüpfen
- Striktere Umsetzung und Einhaltung von Fristen im Naturschutz
Trotz ambitionierter Ziele und Strategien wie der EU-Biodiversitätsstrategie oder der nationalen Biodiversitätsstrategie werden Fristen zur Umsetzung häufig nicht eingehalten oder Maßnahmen nicht
konsequent umgesetzt.
Forderungen:
- Klar definierte, rechtsverbindliche Fristen für den Erhalt und die Wiederherstellung von Lebensräumen sowie für die Reduktion umweltschädlicher Praktiken.
- Verpflichtende regelmäßige Berichterstattung über den Stand der Umsetzung, welche Verzögerungen begründet
- Überprüfung der Einhaltung der Fristen durch unabhängige Instanzen, damit dass Schutzmaßnahmen nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in der Praxis Wirkung zeigen
- Kontrolle der Maßnahmen durch Evaluierung und Monitoring
Die Wirksamkeit von Naturschutzmaßnahmen kann nur durch ein konsequentes Monitoring und eine fortlaufende Evaluierung sichergestellt werden.
Forderungen:
- Einführung eines flächendeckenden nationalen Monitoring Programms,das alle relevanten Lebensräume und Artengruppen abdeckt.
- Auf standardisierten Indikatoren basierende und wissenschaftlich fundierte Evaluierung der Maßnahmen
- Veröffentlichung der Ergebnisse in einem offenen Datenportal, um Transparenz zu gewährleisten und Anpassungen an bestehende Programme zu ermöglichen.
Biotopbezogene Forderungen
1. Agrar- und Offenland
Die Intensivierung der Landwirtschaft hat zu einem drastischen Rückgang der Artenvielfalt geführt. Monokulturen, der übermäßige Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sowie der Verlust von Hecken und
Feldrainen tragen maßgeblich dazu bei.
Forderungen:
Förderung ökologischer Landwirtschaft: Bis 2030 sollen mindestens
340 % der landwirtschaftlichen Flächen ökologisch bewirtschaftet werden.
Erhalt und Wiederherstellung von Lebensräumen: Schaffung von Biotopverbünden auf mindestens 15 % der Landesfläche bis 2030.
Reduktion des Pestizideinsatzes: Verbot von flächenhaften Pflanzenschutzmitteln auf Dauergrünlandflächen und keine Totalherbizide auf staatlich bewirtschafteten Flächen.
2. Wald
Unsere Wälder sind essenziell für das Klima und die Artenvielfalt. Doch forstwirtschaftliche Eingriffe und Klimaveränderungen setzen ihnen stark zu.
Forderungen:
Ausweisung von Naturwaldflächen: Mindestens 10 % des Staatswaldes sollen ohne forstliche Nutzung bleiben, um natürlichen Entwicklungsprozessen Raum zu geben.
Förderung naturnaher Waldbewirtschaftung: Übergang zu Mischwäldern mit standortgerechten Baumarten und Verzicht auf Kahlschläge.
Erhöhung des Totholzanteils: Totholz ist Lebensraum für zahlreiche Arten und sollte daher vermehrt im Wald belassen werden.
3. Binnengewässer und Auen
Flüsse, Seen und Auen sind Hotspots der Biodiversität, leiden jedoch unter Verschmutzung, Begradigung und Übernutzung.
Forderungen:
Renaturierung von Gewässern: Wiederherstellung natürlicher Flussläufe und Auenlandschaften zur Förderung der Artenvielfalt.
Einrichtung von Gewässerrandstreifen: Mindestens 5 Meter breite, ungenutzte Streifen entlang natürlicher oder naturnaher Gewässer, um Einträge von Nährstoffen und Schadstoffen zu reduzieren.
Reduktion von Nährstoffeinträgen: Strengere Kontrollen und Maßnahmen zur Verringerung von Düngemittel- und Pestizideinträgen aus der Landwirtschaft.
4. Urbane Räume
Städte und Gemeinden bieten Potenzial für die Förderung der Biodiversität, doch Flächenversiegelung und intensive Pflege öffentlicher Grünflächen wirken oft kontraproduktiv.
Forderungen:
Förderung von Grünflächen: Anlage von Wildblumenwiesen, Gemeinschaftsgärten und Grünflächen mit heimischen Pflanzenarten.
Reduktion der Flächenversiegelung: Begrenzung von Neubauten und Förderung von Entsiegelungsmaßnahmen, um Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Dabei muss das Ziel sein, dass Netto Null Hektar versiegelt werden.
Bekämpfung der Lichtverschmutzung: Vermeidung unnötiger künstlicher Beleuchtung im Außenbereich, insbesondere von 23 Uhr bis zur Morgendämmerung, um nachtaktive Arten zu schützen.
Schlussfolgerung
Der Schutz und die Förderung der Biodiversität erfordern entschlossenes Handeln auf allen Ebenen. Die BUNDjugend Bayern appelliert an politische Entscheidungsträger:innen, die genannten Maßnahmen
umzusetzen und somit einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu leisten. Nur durch gemeinsames Engagement können wir die Vielfalt des Lebens für kommende
Generationen bewahren.